Armenien: Die Zwischenwelt...
in der Beschreibung von Alan Posener - "Die Welt". Ein lesenswerter Beitrag über ein Land an den Kreuzungen der alten Handelswege Asiens: Eine Reise nach Armenien führt in eine Zwischenwelt
Über Armenien, das vor 20 Jahren unabhängig wurde, scheint die Zeit hinweggegangen zu sein: Ein Land versunken im Dornröschenschlaf – und kein Prinz, der es wachküsst. Das Land verwirrt. Was ist das nun, Orient oder Okzident, noch Europa oder schon Asien? Der älteste christliche Staat der Erde liegt hinter der Türkei, wo die Völker seit Jahrtausenden aufeinanderschlagen: Griechen, Römer, Perser, Skythen, Mongolen, Türken, Russen. Die Imperien der Eroberer, von Alexander bis Stalin, sind untergegangen, Armenien ist geblieben. 1 von 16 zurück blättern weiter blätternArmenien – ein Land, das verwirrt
Foto: pa Armenien liegt im Bergland zwischen Georgien, Aserbaidschan, dem Iran und der Türkei. ...Lesen Sie den gesamten Beitrag mit freundlicher Gestattung des Autors -
Wie die Juden wurden die Armenier aber zu einem Diaspora-Volk, zusammengehalten durch eine besondere Religion, eine besondere Sprache, geschrieben in einer besonderen Schrift, durch die fast mythische Beziehung zu einer Urheimat – und im 20. Jahrhundert durch die Erinnerung an einen Völkermord, bei dem die Nachbarn von einst zu Verfolgern wurden und Gemeinden mit einer zweitausendjährigen Geschichte ausgelöscht wurden.
Deutschland & Armenien
http://www.botschaft-armenien.de/
Deutschland und Armenien
Wirtschaft nach AA
Quelle:Auswärtiges Amt:
Im Zuge des Zerfalles der Sowjetunion und des sowjetischen Wirtschaftssystems, verbunden mit einer Unterbrechung der Energieversorgung in den 90er Jahren, hatte Armenien einen fast vollständigen Zusammenbruch seiner Industriestruktur erlebt. Als Katalysator im negativen Sinne wirkten hierbei das verheerende Erdbeben 1988 sowie die kriegerischen Auseinandersetzungen mit Aserbaidschan um die Region Nagorny-Karabach, verbunden mit einer bis heute andauernden Isolation und Grenzschließungen durch Aserbaidschan und die Türkei.
Von 1994 bis 2008 wuchs die armenische Wirtschaft jedoch ohne Unterbrechungen, in den Jahren 2001 bis 2007 durchschnittlich 13% pro Jahr, erreichte allerdings erst im Jahre 2004 wieder den Stand von 1990.
Erste Auswirkungen der Finanzkrise führten zu einer Verminderung des BIP-Wachstums im Jahre 2008 auf 6,8%, nach Schätzungen von Regierung und IWF könnte die armenische Wirtschaft 2009 um 15% schrumpfen (Rückgang des BIP von Januar bis August 2009: 18,4%).
Bereits im ersten Quartal 2009 führte das gleichzeitige und signifikante Abfallen von Exporten, Rücküberweisungen, Direktinvestitionen und privaten Kapitalzuflüssen zu einem akuten und hohen Zahlungsbilanzdefizit Armeniens. Die erforderlich gewordene Freigabe des Wechselkurses des Dram führte Anfang März zu einer Abwertung von gut 20%. Kredite durch IWF, Weltbank, Russland und anderen Gebern über zusammen mehr als 2 Mrd. Euro wurden bereits bewilligt.
Wirtschaftsklima
Von der weltweiten Wirtschaftskrise war Armenien zum einen wegen der fallenden Weltmarktpreise für die Hauptexportgüter Kupfer und Molybdän betroffen, die zeitweise um zwei Drittel gesunken waren. Dadurch konnten die hiesigen Bergbauunternehmen nicht mehr rentabel produzieren. Die Produktion wurde zum großen Teil eingestellt, ist inzwischen aber, aufgrund wieder steigender Preise, erneut aufgenommen worden. Die Produktion von armenischem Brandy ging im Zeitraum Januar - August 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49,8% zurück. Insgesamt schrumpfte der armenische Export im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr.um 46%.
Zum anderen kam es zu einen Einbruch von Rücküberweisungen, Direktinvestitionen und privaten Kapitalzuflüssen. Einer der Gründe hierfür sind die Auswirkungen der Krise in Russland. Die armenische Diaspora dort umfasste bislang bis zu ca. 2 Millionen Menschen, darunter viele Arbeitsmigranten, die traditionell Geld, meist für den privaten Konsum, an ihre Familien in Armenien übersandt hatten. Nach Informationen der Zentralbank soll das Volumen der Geldtransfers allein aus der Russischen Föderation von 60,17 Mio. USD im Januar 2008 um 28% auf 43,58 Mio. USD im Januar 2009 gefallen sein. Insgesamt kam es von Januar bis August zu einem Absinken der privaten Überweisungen um 40%. In den letzten Jahren waren jeweils Steigerungsraten von 25-30% zu verzeichnen gewesen.
Die Mitte 2008 durch massive Interventionen eingeführte Stützung des Dram musste am 03.03.2009 aufgegeben werden. Der Dram büßte daraufhin an einem Tag gut 20% seines Wertes gegenüber Euro / US-Dollar ein.
Die durchschnittliche Inflationsrate betrug 2008 9% (2007: 4,4%) und fiel für den Zeitraum Januar bis Juni 2009 auf 2,7%.
Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2009 offiziell bei 6,7% (2008: 6,3%). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist jedoch erheblich höher. Es sind sehr viele Menschen im informellen Sektor tätig, Einkommen werden oft nicht versteuert. Bis Jahresende 2009 wird aufgrund der Finanzkrise mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gerechnet.
Armenien ist Mitglied der EBWE, des IWF, der Weltbank, der WTO, der AEB (Asiatische Entwicklungsbank) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Schwarzmeerregion (BSEC).
Wirtschaftspartner Armenien
Ländername: Republik Armenien (armenisch: Hajastani Hanrapetutiun)
Klima: unterschiedliche Lokalklimata aufgrund des Gebirgsreliefs: in Tälern und im Gebirgsvorland (u.a. Eriwan) trockenes Kontinentalklima mit heißen Sommern bis zu +45 Grad, im Nordwesten winterliche Tiefstwerte bis zu -40 Grad
Lage: Südlicher Kaukasus, 39-41 Grad nördlicher Breite, 44-47 Grad östlicher Länge, zwischen Georgien im Norden, Aserbaidschan im Osten, Iran im Süden, Nachitschewan (autonomes Gebiet zu Aserbaidschan) im Südwesten und Türkei im Westen
Landesfläche: 29.800 qkm (vergleichbar Belgien)
Hauptstadt: Eriwan mit 1,5 Mio. Einwohnern (offizielle Angaben)
Bevölkerung: offiziell 3,2 Mio. (tatsächlich wohl weniger), davon 96% Armenier, sowie Russen, Kurden, Jessiden, Griechen
Landessprache: Armenisch (eigenständige indoeuropäische Sprache mit eigenen Schriftzeichen) als Amtsprache, Russisch existiert als zweite Kommunikationssprache fort
Religionen / Kirchen: überwiegend Angehörige der armenisch-apostolischen Kirche, die im Jahre 301 als erste christliche Staatskirche gegründet wurde
Nationalfeiertag: 21. September
Unabhängigkeit: unabhängig seit 21.09.1991
Regierungsform: Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt: Serzh Sargsyan (Republikanische Partei), Präsident der Republik Armenien (gewählt am 19.02.08 für 5 Jahre, ); lt. Verfassung eine Wiederwahl möglich
Vertreter: Tigran Torosjan, Präsident der Nationalversammlung der Republik Armenien
Regierungschef: Tigran Sargsyan (am 09.04.2008 ernannt)
Außenminister: Edvard Nalbandyan (am 21.04.199815.04.2008 ernannt)
Parlament: Nationalversammlung: eine Kammer, zuletzt am 12.05.2007 (131 Sitze) in direkten Wahlen auf fünf Jahre gewählt, nächste Wahl: 2012; Parlamentspräsident: Tigran Torosjan (Republikanische Partei)
Regierungsparteien: Republikanische Partei; Armenische Revolutionäre Daschnakzutiun; Blühendes Armenien, Partei Rechtsstaat
Opposition: Partei Erbe; sowie parteilose Abgeordnete
Gewerkschaften: Gewerkschaftsunion mit 26 Einzelgewerkschaften
Verwaltungsstruktur: 11 Marse (Bezirke)
Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: OSZE (17.04.1992), UN (02.03.1992), Weltbank (16.09.1992), IWF (28.05.1992), WHO, UNIDO, UNESCO, EBRD, GUS, IAEO, WTO (05.02.2003), Natokooperationsrat, Schwarzmeer-Kooperationsrat, Europarat (25.01.2001), Vertrag über Kollektive Sicherheit
Wichtigste Medien: Beim Justizministerium sind 3.070 gesellschaftliche Organisationen und 1.300 Medien registriert. Nach der Verfassung besteht Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit; doch bestehen in verschiedenen Bereichen der Staatssicherheit und des Militärs Einschränkungen. Fernsehen: Öffentliches Fernsehen H1 (ehem. armenisches Staatsfernsehen) mit einem Programm, fünf weitere landesweite Privatsender, drei russische Programme sowie mehrere kleinere regional begrenzte Privatsender; insgesamt derzeit 75 Fernsehsender.
Hörfunk: Öffentliches Radio sowie zahlreiche weitere Radiosender
Printmedien: Agenturen: ArmenPress (staatlich), Noyan Tapan, ARKA-Wirtschaftsnachrichten (unabhängig), Arminfo, Mediamax
Tageszeitungen: Azg, Hayastani Hanrapetutiun, Irawunk, Aravot, sowie russischsprachige Zeitungen
Wochenzeitung: Noyan Tapan Highlights (englischsprachig).
Bruttoinlandsprodukt (BIP):2007: 3.139.353,9 Mio Dram (AMD)
BIP pro Kopf: 2007: 880.000 Dram (= ca. 2000 EUR )
Pressekatalog
Die Botschaft über sich...
Nach der Gründung der Armenischen Demokratischen Republik im Jahre 1918 wurde Dr. James Greenfield zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Republik Armenien in Berlin ernannt. James Greenfield, geboren am 17.03.1873 in Tabris, Sohn von Isahak Greenfield und Hripsime Bshschkjan, wurde in seiner Geburtsstadt in der armenisch-apostolischen Kirche getauft. Mit sieben Jahren schickt der Vater James nach Deutschland. Er besuchte in Güstrow die christliche Sekundärschule und nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften an der Universität in Leipzig. Neben seinen Muttersprachen armenisch und deutsch beherrschte er auch die persische, türkische und kurdische Sprache. 1899 heiratete er Katharina Tumanjan. Nach der Heirat weilte die Familie mit ihren 3 Sönnen in Jerewan, Baku und Tiflis. |
Nach dem Zerfall der UdSSR und der Unabhängigkeitserklärung der Republik Armenien 1991 war Deutschland einer der ersten Staaten der internationalen Weltgemeinschaft, der die Unabhängigkeit der Republik Armenien anerkannte und diplomatische Beziehungen begann. |
Armenien: New Deal
Armenien, Wiege der christlich-abendlichen Kultur und der Menschen eines der ersten großen Opfer der Intolleranz steht immer öfter im Fokus strategischer Überlegungen. Im latenten Konflikt mit den westlichen und östlichen Nachbarn entwickelt sich das Land langsam aber stetig. Das German Global Trade Forum Berlin plant für das kommende Frühjahr eine Business Mission nach Istanbul, Yerewan, Tabriz und Baku, um die aktuell gegebenen Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Region zu erkunden.
Alan Poseners Artikel in der "Welt" zum "Land in der Zwischenwelt" ist eine Leseempfehlung:
Eine Reise nach Armenien führt in eine Zwischenwelt:
Über Armenien, das vor 20 Jahren unabhängig wurde, scheint die Zeit hinweggegangen zu sein: Ein Land versunken im Dornröschenschlaf – und kein Prinz, der es wachküsst. .......Zu Armenien.....






